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Einsendung und Archäologie

Die Schätze unter unseren Füßen

Eine archäologische Spurensuche in Kakanj

Ort: Kakanj, Zentralbosnien, Obre und Tal der Bosna

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Eine persönliche archäologische Spurensuche in Kakanj: Familienerinnerungen, Funde aus Zentralbosnien, illyrische Wallburgen, keltische Einflüsse, römische Münzen, neolithische Siedlungen und das mittelalterliche Erbe der Stećci.

Persönliche Spurensuche

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Quelle: nicht eingetragen · Urheber/Archiv: Hasnija Islamović / Privatarchiv der Familie Islamović · Rechte: nicht verwenden/unklar

Schon in jungen Jahren faszinierten meinen Bruder und mich die Geschichte und die Archäologie. Wir wollten alles über die Vergangenheit wissen und darüber, wie sie die Welt geformt hat, in der wir heute leben. Wenn wir als Kinder unserem Großvater zuhörten, hingen wir an seinen Lippen. Er war ein einfacher, hart arbeitender Mann, der seine Frau und seine fünf Kinder durch Landwirtschaft und Viehzucht ernährte. Oft erzählte er uns davon, wie er bei der Feldarbeit auf seltsame Gegenstände stieß. Die meisten davon warf er achtlos weg, weil er ihren Wert nicht kannte. Da er keine umfassende Schulbildung genossen hatte, wusste er nicht, welche Völker vor uns auf diesem Boden gelebt hatten. Obwohl mein Bruder später ein Wirtschaftsstudium abschloss und ich Medizin studierte, ließ uns dieses tief verwurzelte Interesse an der Geschichte unserer Vorfahren und der Archäologie nie los. Wir begannen, gezielt zu recherchieren, welche Völker einst in Zentralbosnien, genauer gesagt in der Umgebung unserer Heimatstadt Kakanj, siedelten. Wir stießen auf Berichte über neolithische Siedlungen im nahegelegenen Obre Funde, die längst in Fachbüchern dokumentiert waren. Bei unseren eigenen Erkundungen in den Hügeln unweit der Stadt stießen mein Bruder und ich schließlich auf die Überreste steinerner Strukturen, bei denen es sich vermutlich um Behausungen illyrischer Stämme handeln könnte. Wir fanden auch römische Münzen ein Hinweis darauf, dass auch das Römische Reich hier seine Spuren hinterlassen hatte. Doch ein Fundstück fesselte unsere Aufmerksamkeit ganz besonders: ein Artefakt, das wir absolut nicht zuordnen konnten. Wir schickten eine Anfrage an das Nationalmuseum von Bosnien und Herzegowina in Sarajevo. Die Experten dort erklärten uns, dass es sich um das Fragment einer historischen Halskette handeln könnte mit keltischen Einflüssen, auch wenn sich nicht mehr mit absoluter Sicherheit sagen lässt, welchem genauen Volk sie ursprünglich gehörte. Die neolithischen Siedler, die Spuren des Römischen Reiches, die illyrischen Stämme, keltische Einflüsse, später die slawischen Völker und das Osmanische Reich all diese Zivilisationen und Kulturen haben die Region, in der wir heute leben, tief geprägt. Wir sind unserem Großvater unendlich dankbar für die Geschichten, die er uns als Kindern erzählte. Durch ihn erwachte unsere Liebe zur Geschichte und unsere Leidenschaft für die Suche nach jenen Dingen, die Menschen hier schon vor Jahrhunderten und Jahrtausenden in den Händen hielten. So wird aus einem Familiengedächtnis eine Spurensuche. Aus den Erzählungen eines Großvaters entsteht eine Brücke zu Menschen, die lange vor uns denselben Boden betraten. Und genau diese Neugier ist der Anfang jeder Geschichte.

Historische Einordnung und Fundanalyse

Die Region um Kakanj in Zentralbosnien ist archäologisch von herausragender Bedeutung, da sie fast alle großen Epochen der balkanschen Vorgeschichte abbildet.

1. Das Neolithikum: Die Obre und Kakanj Kultur

Die erwähnten Funde in Obre gehören zu den wichtigsten jungsteinzeitlichen Stätten Südosteuropas. In den 1960er Jahren fanden hier groß angelegte Ausgrabungen statt. Die Siedlung Obre I wird der Starčevo Impresso Kultur (ca. 6000 v. Chr.) zugerechnet, während das spätere Obre II zur Butmir Kultur gehört. Dazwischen liegt die spezifische Kakanj Kultur (frühes 5. Jahrtausend v. Chr.).

2. Illyrer und der keltische Einfluss (La Tène Kultur)

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Quelle: nicht eingetragen · Urheber/Archiv: Hasnija Islamović / Privatarchiv der Familie Islamović · Rechte: nicht verwenden/unklar

Zentralbosnien war das Kernland des mächtigen illyrischen Stammes der Desitiaten. Die von Hasnija beschriebenen steinernen Strukturen auf den Hügeln sind typisch für illyrische Wallburgen (Gradinas), die als befestigte Siedlungen und Rückzugsorte dienten. Dass die Halskette keltische Einflüsse aufweist, passt perfekt in das historische Bild. Ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. drangen keltische Stämme auf den Balkan vor und brachten die La Tène Kultur mit. Es kam zu einer starken Vermischung von illyrischen und keltischen Handwerkstechniken, was erklärt, warum das Artefakt als so selten und schwer zuzuordnen gilt.

3. Das Römische Reich und Zentralbosnien

Die gefundenen römischen Münzen zeugen von der Zeit nach dem großen Pannonisch Dalmatinischen Aufstand (6 bis 9 n. Chr.). Die Desitiaten, angeführt von Bato dem Desitiaten, leisteten den Römern erbitterten Widerstand. Nach ihrer Niederlage wurde das Gebiet in die Provinz Dalmatia eingegliedert, und römische Münzen (Denare und Sesterzen) durchdrangen das Tal der Bosna.

4. Die mittelalterlichen Stećci

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Die erwähnten Grabsteine (Stećci) sind das mittelalterliche Erbe Bosniens. Kakanj beheimatet einen der berühmtesten Stećci überhaupt: Den Stećak von Zgošća. Dieser gigantische, reich verzierte Grabstein aus dem 14. oder 15. Jahrhundert zeugt von der Bedeutung der Region während des mittelalterlichen bosnischen Königreichs.

So wird aus einem Familiengedächtnis eine Spurensuche.

Textquellen

Bildquellen & Rechte

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